Insekten- und Skorpionstiche

Insekten- und Skorpionstiche sind eine seltene Todesursache. Hymenoptera -Insekten und Centruroides -Skorpione können aufgrund der Vergiftung möglicherweise zu schwerwiegenden Symptomen führen. Schmerzen, Schwellungen, Erytheme und Wärme treten an der Einstichstelle häufig auf. Hymenopterenstiche können zu Anaphylaxie Anaphylaxie Typ-I-Allergie führen. Giftige Skorpionstiche können zu neurologischen Manifestationen wie Muskelkrämpfen führen; anormale Kopf-, Nacken- und Augenbewegungen, übermäßiger Speichelfluss und Schwitzen sind ebenfalls Symptome. Die Diagnose von Insekten- und Skorpionstichen erfolgt klinisch. Die Behandlung von Insektenstichen umfasst die Reinigung der Wunde, Antihistaminika Antihistaminika Antihistaminika und Schmerzmittel sowie die Behandlung von Anaphylaxie Anaphylaxie Typ-I-Allergie. Skorpionstiche erfordern möglicherweise eine engmaschige Überwachung, symptomatische Therapie, Benzodiazepine Benzodiazepine Benzodiazepine gegen Muskelkrämpfe und ein Gegengift.

Aktualisiert: 27.06.2023

Redaktionelle Verantwortung: Stanley Oiseth, Lindsay Jones, Evelin Maza

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Epidemiologie und Arten

Epidemiologie

Insektenstiche:

  • > 1 Million Stiche jährlich durch Insekten
  • Bei mindestens 75 % allergisch bedingte Quaddeln
  • Bei bis zu 25 % der Bevölkerung allergisch-bedingte überschießende Reaktion
  • Anaphylaxie Anaphylaxie Typ-I-Allergie in etwa 3,5 % der Fälle
  • Ungefähr 20 dokumentierte Todesfälle in Deutschland

Skorpionstiche:

  • Die meisten Stiche sind nicht tödlich, Kleinkinder haben allerdings ein höheres Risiko (wenn sie nicht behandelt werden):
    • < 1 % bei Erwachsenen
    • 25 % bei Kindern < 5 Jahre
  • Häufiger in:
    • Tropische Regionen
    • Ländliche Gebiete
    • Sommermonate
    • Während des Abends

Klinisch relevante Spezies

Die Hymenoptera- Ordnung umfasst die folgenden stechenden Insekten:

  • Apidae:
    • Bienen
    • Hummeln
  • Vespidae:
    • Wespen
    • Hornissen
  • Formicidae: Feuerameisen

Giftige Skorpione in den Vereinigten Staaten (nicht in Deutschland vorkommend):

  • Centruroides sculpturatus (Arizona-Rindenskorpion)
  • C. exilicauda (Baja California Rindenskorpion)
  • C. vittatus (gestreifter Rindenskorpion)

Pathophysiologie

Allgemeine Eigenschaften des Hymenoptera -Gifts

Apidae

  • Stachel mit Widerhaken → verhakt sich in der Haut Haut Haut: Aufbau und Funktion → Insekt kann nur einmal stechen und stirbt danach
  • Gift enthält Melittin → schmerzerzeugend und zytolytisch

Vespidae

  • Stacheln bleiben nicht in der Haut Haut Haut: Aufbau und Funktion stecken → erlaubt Mehrfachstiche
  • Gift enthält Antigen 5 Protein → starkes Allergen

Formicidae

  • Verankerung durch Biss in der Haut Haut Haut: Aufbau und Funktion → wiederholtes Stechen möglich, während die Ameise sich bogenförmig windet
  • Gift enthält Alkaloide → zytotoxisch → charakteristische sterile Pusteln

Rindenskorpione

  • Kann mehrmals stechen → Gift wird mit jedem Stich weiter aufgebraucht
  • Neurotoxisches Gift → unvollständige Inaktivierung der Natriumkanäle → verlängerte Depolarisation:
    • Hirnnerv und somatische Dysfunktion
    • Übermäßige Acetylcholinfreisetzung → parasympathische Dysfunktion
    • Übermäßige Adrenalin- und Noradrenalinausschüttung → sympathische Dysfunktion

Klinik

Klinik von Insektenstichen

Lokale Anzeichen und Symptome:

Systemische Anzeichen und Symptome ( Anaphylaxie Anaphylaxie Typ-I-Allergie):

Klinik von Skorpionstichen

Lokale Anzeichen und Symptome:

Systemische Anzeichen und Symptome (Vergiftung):

Komplikationen:

Skorpionstich

Skorpionstichstelle am Daumen eines Patienten

Bild: „Scorpion sting site” von Laboratory of Chemistry and Biological Macromolecule Structure, Federal University of Western Pará (UFOPA), Santarém, Pará State Brazil. Lizenz: CC BY 4.0

Diagnostik und Therapie

Diagnostik

Insekten- und Skorpionstiche sind klinische Diagnosen.

Insektenstichtherapie

Allgemeine Therapiemaßnahmen:

Behandlung schwerer allergischer Reaktionen und Anaphylaxie Anaphylaxie Typ-I-Allergie:

  • Beurteilung und Stabilisierung der Atemwege
  • Medikamentöse Therapie:

Prophylaxe:

  • Durchführung einer Hyposensibilisierung, um das Risiko einer wiederkehrenden Anaphylaxie Anaphylaxie Typ-I-Allergie zu verringern
  • Mitführen eines Notfallsets (Adrenalinspritze) bei Patient*innen mit bekannter Anaphylaxie Anaphylaxie Typ-I-Allergie

Skorpionstich-Therapie

Die meisten Stiche erfordern nur eine symptomatische Therapie. Die Therapie bei Stichen giftiger Skorpione kann umfassen:

Differentialdiagnosen

  • Spinnenbiss Spinnenbiss Spinnenbisse: Die braune Einsiedlerspinne enthält ein nekrotisierendes Gift, das zu einer schmerzhaften, blasenbildenden, nekrotischen Wunde führen kann; Fieber Fieber Fieber, Myalgien, Hämolyse, Krampfanfälle Krampfanfälle Krampfanfälle im Kindesalter und Nierenversagen können im Verlauf auftreten. Das neurotoxische Gift einer Schwarzen Witwe kann Muskelkrämpfe und -steifheit, Instabilität der Vitalfunktionen, Tränenfluss, Speichelfluss, Ptosis und Atemnot Atemnot Dyspnoe (Atemnot/Luftnot) verursachen. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Therapie umfasst Wundversorgung, Schmerzbehandlung, Gegengift für Schwarze Witwenspinnenbisse und verzögertes Debridement von nekrotischem Gewebe bei Bisse von braunen Einsiedlerinnen.
  • Schlangenbiss Schlangenbiss Schlangenbisse: Hinweise auf eine Vergiftung an der Bissstelle sind Ödeme, Erytheme, Wärme, Blasen und Nekrose. Systemische Symptome wie Übelkeit, Schwitzen, Parästhesien und veränderte Sensorik können vorhanden sein. Darüber hinaus kann Korallenschlangengift schlaffe Lähmungen verursachen. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Therapie umfasst eine symptomatische Therapie, Schmerzkontrolle, Flüssigkeitszufuhr und ein Gegengift. Es wird bei den Patient*innen engmaschig auf Schock Schock Schock: Überblick, Koagulopathie, Atemversagen und Nierenversagen geprüft.
  • Asthma: eine chronische entzündliche Erkrankung, die zu einer Überempfindlichkeit der Bronchien und einer Behinderung des Luftstroms führt. Die Patient*innen stellen sich typischerweise mit Keuchen Keuchen Keuchen, Husten und Dyspnoe Dyspnoe Dyspnoe (Atemnot/Luftnot) vor. Urtikaria Urtikaria Urtikaria (Nesselsucht) und Hypotonie Hypotonie Hypotonie werden im Allgemeinen nicht beobachtet. Die Diagnose wird durch einen Lungenfunktionstest Lungenfunktionstest Lungenfunktionstests bestätigt, der ein reversibles obstruktives Muster zeigt. Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Symptome und kann Sauerstofftherapie, Bronchodilatatoren Bronchodilatatoren Asthma-Medikamente, inhalative Kortikosteroide, systemische Steroide und Intubation bei Atemstillstand umfassen.
  • Hereditäres Angioödem Hereditäres Angioödem Hereditäres Angioödem (C1-Esterase-Inhibitor-Mangel): eine autosomal-dominante Erkrankung, die durch wiederkehrende Episoden starker Schwellung ( Angioödem Angioödem Angioödem) gekennzeichnet ist. Schwellungen der Atemwege können die Atmung einschränken und zu einer lebensbedrohlichen Atemwegsobstruktion Atemwegsobstruktion Atemwegsobstruktion führen. Die Diagnose wird durch die Bewertung der C1-Inhibitor-Spiegel im Blut gestellt. Die Behandlung umfasst Danazol, Kallikrein-Hemmer und C1-Hemmer.
  • Botulismus Botulismus Botulismus: Eine Vergiftung durch das Clostridium botulinum Clostridium botulinum Clostridien -Toxin, welches zu symmetrischen Hirnnervenlähmungen und absteigender Muskellähmung führen kann. Elektromyographie und Toxintests können bei der Diagnostik angewandt werden. Die Behandlung umfasst eine symptomatische Therapie, Intubation bei Atemwegsinsuffizienz und die Verabreichung von Antitoxinen.

Quellen

  1. Golden DBK, Marsh DG, Kagey-Sobotka A, Freidhoff L, Szklo M, Valentine MD, Lichtenstein LM. (1989). Epidemiology of insect venom sensitivity. JAMA.
  2. Mauriello PM, Barde SH, Georgitis JW, Reisman RE. (1984). Epidemiology of insect venom sensitivity. JAMA.
  3. Barish, RA, und Arnold, T. (2020).  Insect stings. MSD Manual Professional Version. https://www.msdmanuals.com/professional/injuries-poisoning/bites-and-stings/insect-stings (Zugriff am 24. März 2021).
  4. Arif, F. und Williams, M. (2020). Hymenoptera stings. [online] StatPearls. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK518972/ (Zugriff am 24. März 2021).
  5. Park, R. (2018). Hymenoptera stings. In Alcock, J. (Ed.), Medscape. https://emedicine.medscape.com/article/768764-overview (Zugriff am 24. März 2021).
  6. MSD Manual. R. Barish. T. Arnold. Skorpionstiche. Zuletzt aktualisiert im Juni 2022. Skorpionstiche – Verletzungen und Vergiftung – MSD Manual Ausgabe für Patienten (Zugriff am 07. März 2023).
  7. MSD Manual. R. Barish. T. Arnold. Insektenstiche. Zuletzt aktualisiert im April 2022. https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/verletzungen,-vergiftungen/bisse-und-stiche/insektenstiche (Zugriff am 07. März 2023).
  8. dermanostic. A. Martin. Insektenstiche. dermanostic.com (Zugriff am 07. März 2023).
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