Die primäre Myelofibrose (PMF) ist eine myeloproliferative Neoplasie, die durch eine chronische Myeloproliferation mit nichtklonaler Fibroblastenablagerung gekennzeichnet ist, die zu einer Knochenmarksfibrose führt. Die Anomalie beruht auf genetischen Mutationen der hämatopoetischen Stammzellen (typischerweise JAK2-Mutationen). Klinisch imponieren Anämie Anämie Anämie: Überblick und Formen und Symptome aufgrund extramedullärer Hämatopoese Hämatopoese Knochenmark: Zusammensetzung und Hämatopoese, die schwere Müdigkeit, Gewichtsverlust und Hepatosplenomegalie umfassen können. Labordiagnostisch zeigt sich eine Anämie Anämie Anämie: Überblick und Formen (und weitere Zytopenien) und eine Knochenmarkbiopsie weist eine ausgedehnte Fibrose auf. Die Therapie erfolgt mittels hämatopoetischer Stammzelltransplantation Stammzelltransplantation Organtransplantation und symptomorientierten Interventionen.
Kostenloser
Download
Lernleitfaden
Medizin ➜
Die primäre Myelofibrose (PMF) ist eine chronische myeloproliferative Neoplasie, die durch Proliferation myeloischer Zellen mit nichtklonaler Fibroblastenproliferation und Hyperaktivität gekennzeichnet ist, was zu einer obliterativen Markfibrose führt. Andere Namen sind chronische idiopathische Myelofibrose und agnogene myeloische Metaplasie.
Die Hämatopoese Hämatopoese Knochenmark: Zusammensetzung und Hämatopoese beginnt mit der hämatopoetischen Stammzelle, die durch entsprechende chemische Reize ( hämatopoetische Wachstumsfaktoren Hämatopoetische Wachstumsfaktoren Hämatopoetische Wachstumsfaktoren) zur Teilung und Differenzierung veranlasst wird.
Knochenmarkhämatopoese: Proliferation und Differenzierung der gebildeten Blutbestandteile.
KBE-GEMM: koloniebildende Einheit – Granulozyten, Erythrozyten, Monozyten, Megakaryozyten
KBE-GM: Koloniebildende Einheit – Granulozyten-Makrophagen
GM-KSF: Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor
M-KSF: Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor
G-KSF: Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor
NK: natürlicher Killerzellen
TPO: Thrombopoietin
Mutationen in Genen, die mit Hämatopoese Hämatopoese Knochenmark: Zusammensetzung und Hämatopoese assoziiert sind, werden in einem signifikanten Anteil der Fälle von PMF festgestellt.
Mutationen, die der Pathophysiologie der Myelofibrose zugrunde liegen:
Häufige Beeinflussung des JAK-STAT-Signalwegs
JAK2 (JAK2-Gen beteiligt): Nicht-Rezeptor-Tyrosinkinase, die das Erreichen extrazellulärer Signale am Zellkern und die Aktivierung von Genen erleichtert.
MPL oder Thrombopoietin-Rezeptor (MPL-Gen beteiligt): Aktivierung des Thrombopoietin-Rezeptors
Calreticulin (CALR -Gen beteiligt): Regulator von STAT, eine Mutation verursacht eine Aktivierung des Thrombopoietin-Rezeptors.
Myelofibrose: Dakrozyten im peripheren Blutausstrich
Bild : „Tear Drop Poikilocytes“ von Prof. Osaro Erhabor. Lizenz: CC0 1.0Knochenmarkbiopsie der Myelofibrose: ausgedehnte Fibrose (Retikulinfärbung)
Bild : „Myelofibrose, Retikulin-Fleck (6032644716)“ von Ed Uthman. Lizenz: CC BY 2.0Myeloproliferative Neoplasien können mit der folgenden WHO-Klassifikation verglichen werden:
Erkrankung | Mutationen | Wichtige Punkte |
---|---|---|
CML | BCR-ABL1 (Philadelphia-Chromosom) | Proliferation reifer und reifender Granulozyten |
ET | JAK2, CALR oder MPL | Übermäßige Produktion von klonalen Thrombozyten Thrombozyten Thrombozyten |
Polycythaemia vera Polycythaemia vera Polycythaemia vera (PV) | JAK2 | Erythrozytose |
PMF | JAK2, CALR oder MPL | Obliterative Knochenmarkfibrose |
Weitere Arten:
Eine Risikostratifizierung ist wichtig, um therapeutische Entscheidungen zu treffen.